Hugo Deck, Sieger der MaXi-Race 2026: Porträt eines Ultra-Trailers in Topform
Porträt

Hugo Deck, Sieger der MaXi-Race 2026: Porträt eines Ultra-Trailers in Topform

Das RunRun-Team 2026-06-07

Mit 26 holt Hugo Deck den Doppelsieg auf der 100 km der MaXi-Race in 9h48'14. Porträt des Adidas-TERREX-Läufers an der Spitze des französischen Trails.

Hugo Deck, der Chef der 100 km der MaXi-Race 2026

Vergangenes Wochenende rund um den Lac d'Annecy lieferte die 15. Ausgabe der adidas TERREX MaXi-Race ihr Urteil über die Königsdistanz, den Tour du Lac 100 km — tatsächlich 105 Kilometer mit über 5 500 Höhenmetern. Nach einem spannenden Renntag überquerte Hugo Deck, 26, die Ziellinie als Erster in 9 Stunden 48 Minuten 14 Sekunden und feierte damit den Doppelsieg nach seinem Erfolg 2025.

Noch beeindruckender: Deck verbesserte seine Zeit, obwohl die Strecke zum ersten Mal in der Geschichte des Rennens umgekehrt war und in der zweiten Hälfte technisch anspruchsvoller. Wenige Monate vor den großen internationalen Terminen des Sommers ist die Botschaft klar: Der junge Elsässer gehört nun fest zur Spitze des französischen Ultra-Trails.

Ein von Anfang bis Ende kontrolliertes Rennen

Auf dem Papier versprach die Ausgabe 2026 ein Duell auf höchstem Niveau. Das Feld, eines der stärksten in der Geschichte des Rennens, brachte unter anderem Théo Detienne, Yannick Noël, Pau Capell und mehrere internationale Namen an den Start. Das Rennen hielt die Versprechungen in der ersten Hälfte mit einer engen Spitzengruppe, bevor Deck in den technischen Anstiegen des zweiten Streckenteils den entscheidenden Tempowechsel setzte.

„Ich wusste, dass die zweite Hälfte mit der umgekehrten Strecke tückisch werden würde. Ich habe in den ersten Stunden Reserven gelassen und beschleunigt, als ich spürte, dass der Moment gekommen war." — Hugo Deck, im Ziel.

Männer-Podium 100 km:

PlatzLäuferZeit
1Hugo Deck9 h 48 min 14 s
2Théo Detienne
3Yannick Noël

Bei den Frauen dominierte Toni McCann das Rennen und bestätigte die Vormachtstellung der Teams Adidas TERREX und The North Face beim Event.

Wer ist Hugo Deck?

Vom Basketballparkett auf die Alpenkämme

In Straßburg geboren, wuchs Hugo Deck zwischen dem Elsass und Südfrankreich auf, wo er sich gerne als „Junge aus dem Süden" bezeichnet. Vor dem Trail verbrachte er zehn Jahre auf dem Basketballparkett auf regionaler Ebene. Eine Mannschaftssportart, die ihm eine Wettkampfmentalität und ein Spielverständnis vermittelte — Qualitäten, die er später auf das Management eines langen Rennens übertrug.

2016, angeregt von seinem älteren Bruder, einem Triathleten, zog er zum ersten Mal Trailschuhe an. Der Funke sprang sofort über: Im Gebirge entdeckte er ein Terrain, auf dem Ausdauerleistung, Strategie und Einsamkeit verschmelzen. Wenige Jahre später schloss er sich dem Team adidas TERREX an, an der Seite von Ruth Croft, Petter Engdahl, Tom Evans, Abby Hall und Pablo Villa.

Eine schnell wachsende Bilanz

Mit erst 26 Jahren sammelt Hugo Deck bereits Resultate, die ihn in die Weltspitze der Ultra-Spezialisten katapultieren:

  • Ultra-Trail Cape Town 2024 — Sieger in einem der renommiertesten Rennen der Südhalbkugel.
  • MaXi-Race 2025 — erster Sieg über die 100 km von Annecy.
  • K42 Trailmarathon Innsbruck 2026 — Sieger Anfang Mai auf dem technischen Terrain des Alpine Trailrun Festivals.
  • MaXi-Race 2026 — Doppelsieg über 100 km in 9 h 48 min 14 s.

Das athletische Profil des Adidas-TERREX-Läufers vereint einen aeroben Ultra-Motor, eine bemerkenswerte Effizienz auf technischen Abfahrten und ein mentales Management, das aus dem Mannschaftssport stammt. Eine selten anzutreffende Kombination in seinem Alter.

In Genf, geformt von den Alpen

Heute in Genf zu Hause, hat Hugo Deck ideales Trainingsgelände vor der Tür: Salève, Jura, Mont-Blanc, Lac d'Annecy eine Stunde entfernt. In Belastungswochen kommt er auf 130 bis 160 km Lauf, mit einem erheblichen Höhenmeter-Anteil (bis zu 5 000 Höhenmetern pro Woche in Trainingslagern). Um die physiologischen Grundlagen dieser Belastung zu verstehen, lies unseren Artikel über die Mitochondrien und die Ausdauerleistung.

Was sein Sieg über den französischen Trail sagt

Eine neue Generation übernimmt das Ruder

Hugo Deck gehört zu einer Welle von Läufern, die Mitte der 1990er Jahre geboren sind und mit der Medienexplosion des Trails (UTMB, Skyrunner World Series) aufgewachsen sind. Sie gehen das Ultra deutlich strukturierter an als ihre Vorgänger. Für sie sind wissenschaftliches Training, optimierte Ernährung und gezieltes Krafttraining keine Optionen mehr.

Sein Sieg mit 26 Jahren über 100 km / 5 500 Höhenmeter unter 10 Stunden wäre vor fünfzehn Jahren eine Fantasie gewesen. Heute ist es der Maßstab für Leistung bei den jungen französischen Spezialisten.

Eine lesbare und reproduzierbare Vorbereitung

Wo manche Champions das Geheimnis pflegen, vertritt Deck einen methodischen und transparenten Ansatz: kontrolliertes Volumen, eingehaltene Grundlagenausdauer, wiederholte Schlüsseleinheiten, spezifische Longruns in der Vorsaison. In diesem Punkt nähert sich seine Philosophie der von Praktikern wie Joseph Mestrallet und der Daten im Dienst des Trails, oder den Grundlagen, die wir in unserem Leitfaden zur Grundlagenausdauer beschreiben.

Hart arbeiten, vor allem aber richtig arbeiten. Aus der Logik „mehr ist besser" heraustreten und in die von „spezifisch ist besser" eintreten: Das ist der rote Faden seiner Methode.

Und jetzt? Kurs auf Sommer 2026

Mit dem Doppelsieg bei der MaXi-Race und dem Sieg in Innsbruck geht Hugo Deck mit Schwung in die Sommersaison. Drei Termine stehen im Fokus der Beobachter:

  1. Marathon du Mont-Blanc (Ende Juni) — schnelles und technisches Spielfeld, ideal als Ultra-Vorbereitung.
  2. UTMB / TDS / OCC (Ende August) — das Hauptziel des Jahres, mit einem weltklasse Starterfeld. Siehe unser Dossier über den UTMB, den Weltgipfel des Trail-Runnings.
  3. Skyrunner World Series — je nach finalem Kalender ist eine Teilnahme an europäischen Etappen möglich.

Die Herausforderung für Deck wird nun sein, auf der internationalen Bühne zu bestätigen. Auf der MaXi-Race setzt er sich zwei Jahre in Folge gegen ein starkes Feld durch. Zu bestätigen bleibt der Schritt zu den 170 km / 10 000 Höhenmetern des UTMB, wo die Belastungsdauer sich verdoppelt und die besten Langdistanz-Spezialisten (Kilian Jornet, Vincent Bouillard, Tom Evans) nichts schenken.

Was der Hobbyläufer mitnehmen kann

Hugo Deck ist Elite, aber sein Sieg 2026 liefert einige Lektionen, die für alle gelten:

  • Taktische Geduld: Er lief die ersten 50 km im Management-Modus, ohne der Versuchung eines frühen Angriffs nachzugeben. Eine Strategie, die sich im Ultra auszahlt. Lies auch unseren Artikel über die Erholung nach einem Marathon, um die Bedeutung der Regelmäßigkeit in der Trainingsbelastung zu verstehen.
  • Technische Vielseitigkeit: Er gewann auf einer umgekehrten und damit unbekannten Strecke. Das setzt schnelles Geländelesen voraus, das trainierbar ist (regelmäßige technische Abfahrten, hügeliges Fartlek).
  • Dominante Grundlagenausdauer: Sein leichtes Volumen (Zonen 1-2) bleibt der größte Anteil — entgegen dem „Intensitäts"-Bild, das man manchmal vom Trail-Elite-Sport hat. Siehe unseren vollständigen Leitfaden zur Grundlagenausdauer.
  • Freude vor Leistung: In Interviews kommt er immer wieder auf die Freude am Laufen in den Bergen zurück. Eine intrinsische Motivation, die ihn vor dem frühen Burnout schützt — die Fall Nr. 1 der jungen Elite.

Fazit: ein Name für die Geschichtsbücher

Mit 26 Jahren ist Hugo Deck keine Hoffnung mehr: Er ist ein etablierter Anführer des französischen Trails. Sein Sieg bei der MaXi-Race 2026, in 9 h 48 min 14 s auf einer umgekehrten und anspruchsvolleren Strecke, bestätigt, dass er zwischen 2024 und 2026 einen Sprung gemacht hat. Die Sommersaison wird zeigen, ob er diese nationale Dynamik in eine Weltkrone in Chamonix verwandeln kann.

Eines ist sicher: Am vergangenen Sonntag, rund um den Lac d'Annecy, sah der französische Trail einen neuen Chef über das Ultra aufsteigen.

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