Die Grundlagen des Krafttrainings für Läufer
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Die Grundlagen des Krafttrainings für Läufer

L'équipe RunRun 2026-01-22

Warum und wie integriert man Krafttraining in die Laufroutine? Entdecke die wichtigsten Übungen, häufige Fehler und ein einfaches Einsteigerprogramm.

Die Grundlagen des Krafttrainings für Läufer

Lange Zeit haben Läufer Krafttraining als etwas für Bodybuilder betrachtet – eine Aktivität, die sie „schwerer" oder „steifer" machen würde. Diese Zeit ist vorbei. Heute betreiben es alle, vom Hobbyläufer bis zum Olympiasieger. Und das aus gutem Grund: Die Vorteile sind enorm.

Warum Krafttraining beim Laufen?

1. Verletzungen vorbeugen

Das ist das wichtigste Argument. Laufen ist ein Sport mit wiederholten Aufprallbelastungen. Bei jedem Schritt nehmen deine Gelenke das 2- bis 3-fache deines Körpergewichts auf. Starke Muskeln um Knie, Hüfte und Knöchel federn diese Stöße besser ab und schützen deine Sehnen und Bänder.

Die häufigsten Laufverletzungen (Iliotibiales Bandsyndrom, Achillessehnentendinitis, Plantarfasziitis, Periostitis) hängen oft mit spezifischen Muskelschwächen zusammen, insbesondere im Bereich der Gesäßmuskeln und des Core.

2. Die Laufökonomie verbessern

Die Laufökonomie ist die Energiemenge, die du aufwendest, um ein bestimmtes Tempo zu halten. Stärkere und reaktivere Muskeln ermöglichen es dir, bei jedem Abdruck mehr Kraft zu erzeugen, mit weniger Aufwand. Ergebnis: Du läufst schneller – oder gleich schnell, aber weniger ermüdet.

3. Eine gute Haltung über die Distanz halten

Bei einem Marathon setzt Müdigkeit ein und die Haltung verschlechtert sich. Der Rücken rundet sich, das Becken kippt, der Schritt wird weniger effizient. Ein starkes Core (Bauchmuskeln, Rückenstrecker, Schrägmuskeln) hilft dir, bis zur Ziellinie eine stabile Haltung beizubehalten.

Die wichtigsten Muskelgruppen zum Trainieren

BereichWarum es wichtig istSchlüsselübungen
Gesäß (Groß, Mittel, Klein)Beckenstabilität, VortriebskraftKniebeugen, Ausfallschritte, Hip Thrust, Clamshells
QuadrizepsStoßdämpfung bergab, KniestreckungKniebeugen, Ausfallschritte vorne, Step-ups
HamstringsVortrieb, KniestabilitätRumänisches Kreuzheben, Leg Curls, Einbein-Hip-Thrust
WadenVortrieb, KnöchelstabilitätWadenheben (stehend, sitzend)
Core (Rumpf)Haltung, Kraftübertragung, BalancePlank, Seitstütz, Dead Bug, Bird Dog

Basisprogramm: 2 Einheiten pro Woche

Hier ein Beispiel für ein einfaches Programm, das du in deine Routine integrieren kannst. Kein Fitnessstudio nötig – das eigene Körpergewicht reicht zum Einstieg.

Einheit A (Fokus Unterkörper)

ÜbungSätze x Wiederholungen
Kniebeugen mit Körpergewicht3 x 15
Ausfallschritte vorwärts3 x 10 pro Bein
Gluteusbrücke (beide Beine)3 x 15
Wadenheben (stehend)3 x 20
Frontales Plank3 x 30-45 Sek

Einheit B (Fokus Stabilität & Einseitiges Training)

ÜbungSätze x Wiederholungen
Einbein-Kniebeuge am Stuhl (Assisted Pistol)3 x 8 pro Bein
Step-ups auf Stufe/Bank3 x 10 pro Bein
Einbein-Gluteusbrücke3 x 10 pro Bein
Clamshells (mit Widerstandsband wenn möglich)3 x 15 pro Seite
Seitstütz3 x 20-30 Sek pro Seite

Häufige Fehler vermeiden

  1. Aufwärmen vernachlässigen: 5 Minuten Gelenkmobilisierung vorher sind Pflicht.
  2. Zu schwer, zu schnell: Erst die Technik. Die Gewichte kommen danach.
  3. Krafttraining am Vorabend einer Schlüsseleinheit: Plane deine Kraft-Sessions nach leichten Läufen oder am selben Tag wie intensive Einheiten (aber danach).
  4. Einseitiges Training vergessen: Laufen ist ein asymmetrischer Sport (man ist abwechselnd auf einem Bein). Trainiere jedes Bein einzeln, um Ungleichgewichte zu korrigieren.
  5. Keine Progression: Wie beim Laufen muss die Schwierigkeit schrittweise gesteigert werden (Last, Wiederholungen, Übungskomplexität).

Wann die Einheiten einplanen?

  • Ideal: Am Tag eines leichten Laufs, einige Stunden nach dem Laufen, oder am Ruhetag.
  • Akzeptabel: Am selben Tag wie eine intensive Einheit (Intervalle), aber immer DANACH.
  • Vermeiden: Am Vorabend einer Schlüsseleinheit (langer Lauf, Schwelle, Wettkampf) oder bei starker Müdigkeit.

Fazit: Eine lohnende Investition

Krafttraining braucht 30 bis 45 Minuten, zweimal pro Woche. Das ist wenig im Vergleich zu den Stunden, die man läuft. Aber diese Investition kann dir Minuten bei deinen Zeiten einbringen und vor allem wochenlange Verletzungspausen ersparen.

Also, ran an die Kniebeugen!


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